Dichtes

Dichtes

ich weiß
ein Wasser
massen der Gedanken
flut kann nie versiegen
unerschöpflich Quelle
weiß ich
nichts vom Siegen
müssen
schenk ich dir

 

 

 

 

 

ich will
alles alles
alles alles
kriege alles
alles satt
alles satt
satt alles
sat eins
will ich nicht
will mir alles selbst
vormachen

 

 

 

 

 

heut hochnäsig der Mond
von wegen alter Mann
und väterlich gebenedeit
dein Schein

cool moon
an deinen scharfen Zügen
scheidet sich der Menschsverstand

es hängt der Spott
breit grinsend über Dächern
dass sich das Zweibein
ernsthaft niederduckt

taucht schallend
in die Wipfel ein
und rot vor Scham und tiefer Schuld
kehrt mensch sich
wie gewohnt nach innen

hängt jaulend seine Klagen
schwergewichtig an die
große gelbe Glocke

statt die eigne Nase
hochzuhalten
sich im leichten Schein zu spiegeln
der so unbekümmert
seinen Bahnen zieht

 

 

 

 

 

in Zeiten da
die Sonne
Gefahr ausströmt

haben die
Dichter nüchtern
den Reim verworfen

die Seiltänzer
haben ausgetanzt
und fallen ergeben
vom Himmel

der Sonnenstrahl brennt
Wahrheit auf den Leib
und unsre Seelen
treiben scharfe Blüten

zigarette zittert
in der Hand
vor dem Mund
zieh daran
zieh nur dran
wird schon
schaut auch
niemand
bleib ganz ruhig
und zieh
zieh
was sonst
und verbrenn dir
die Finger
wenn sonst
schon nichts

 

 

 

 

 

da selbst
geballte Luft
sich klettenhaft
im Traumgespinst
verfängt

da selbst
von ferne
Schall und Rauch
sich aufzudrängen
scheinen

schlichtem Wunsche
längst vergessen zu
haben zu
nichts

 

 

 

 

 

 

 

 

ich sitz
auf einem Meilenstein
und mache mir kein Bild davon

ich spür
ich sollte weiter gehen
und möchte doch nur ruhn

ich seh
die Worte drängen mich
vom Stein
muss ihnen nach
dass sie nicht
meilenweit enteilen

Dichtes